Intergrierte Förderung


Über 20 Förderschullehrer und -lehrerinnen des Förderzentrums sind als so genannte Förderlehrer an den Wormser Grund- und Hauptschulen eingesetzt. Sie unterstützen vor Ort die Lehrkräfte der Regelschulen bei der Förderung beeinträchtigter Kinder. Sinn der Maßnahmen ist es, Schülerinnen und Schülern und damit Klassen und Schulen eine besondere Hilfe angesichts vorliegender kognitiver, sprachlicher, sozial-emotionaler, motorischer und sensorieller Probleme zur Verfügung zu stellen und zugleich vorbeugend zu wirken. Ziel ist - soweit sinnvoll - der Verbleib von Kindern mit Schwierigkeiten in ihren Regelklassen.

Integrierte Förderung erfolgt überwiegend im gemeinsamen Unterricht der Klasse durch Einbindung der Förderung in das aktuelle Unterrichtsgeschehen. Dies setzt individuelle Arbeit mit dem Kind im unterrichtlichen Zusammenhang und Organisationsformen wie Wochenplanarbeit, Freiarbeit, Projektarbeit und Gruppenunterricht voraus. Bei besonderen Problemlagen kann aber auch eine äußere Differenzierung für ein einzelnes Kind oder eine Kleingruppe angezeigt sein.

Die Förderung ist weitgehend kooperative Arbeit, die von RegelschullehrerInnen und FörderlehrerInnen gemeinsam gestaltet wird. Hinzu kommt die aktivierende Einbeziehung der Eltern und die enge Kooperation mit anderen an der Förderung des Kindes beteiligten Stellen und Personen (z.B. Jugendamt, Schulpsychologischer Dienst, Erziehungsberatung, Kinderärzte, Psychologen, Arbeitsamt usw.). Der Umfang der Förderung richtet sich nach dem jeweiligen Förderbedarf der betroffenen Schülerinnen und Schüler und wird gemäß des Stufensystems der Integrierten Förderung umgesetzt.

Stufe I: Förderung durch den Regelschullehrer bei Leistungsabfällen, Schwierigkeiten kognitiver, emotionaler oder praktischer Art, die nicht im Rahmen des regulären Unterrichts der Klasse zu beheben sind.

Stufe II: Förderung bis zu 2 Stunden durch den Förderlehrer in Kooperation mit dem Regelschullehrer. Einsatz sonderpädagogischer Maßnahmen geringen Umfangs bei z.B. begrenzten funktionalen Beeinträchtigungen.

Stufe III: Förderung von 3-6 Stunden durch den Förderlehrer in Kooperation mit dem Regelschullehrer. Umfassendere sonderpädagogische Förderung (z.B. Aufarbeitung basaler Rückstände) bei klassennormabweichender Nahzielorientierung für eine bestimmte Zeit. Ergänzend sollten indirekte umfeldbezogene Maßnahmen stattfinden.

Stufe IV: Förderung im Rahmen einer Sonderschule durch Sonderschullehrer, wenn trotz differenzierter Förderung nach Stufe III keine gewinnbringende Teilnahme am Unterricht in der Regelschulklasse möglich ist.