Pädagogische Prinzipien


Das Förderzentrum stellt ein besonderes Angebot dar, um den unterschiedlichen Lernbedürfnissen seiner Schüler gerecht zu werden die umfänglich kognitiv beeinträchtigt sind und damit verbundene sozial emotionale, sprachliche, allgemein motorische oder sensorielle Problemlagen aufweisen.

Für dieses Konzept ist weniger die pauschale Zuordnung zu einer Behinderungsart ausschlaggebend als vielmehr der individuelle Förderbedarf d.h. die persönliche Lernsituation und der Entwicklungsstand des Kindes rücken in den Mittelpunkt der unterrichtlichen Förderung.

Individualisierung, differenzierte Unterrichtsmethoden und integrative sonderpädagogische Maßnahmen sind somit die Ecksteine des Konzeptes.

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, erstellen die Teams halbjährlich für jeden Schüler individuelle Förderpläne. Diese Pläne bilden die Basis einer ganzheitlichen Förderung. Defizite sollen ausgeglichen und Begabungen gestärkt werden.

Im Einzelnen kann dies bedeuten:

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Stärkung des Selbstvertrauens
mit allen Sinnen lernen
Schulung der Wahrnehmung und Motorik
soziales Lernen
lebenspraktisches Lernen


Der individuelle Förderbedarf zeigt sich weiterhin in den verschiedenen schulischen Bereichen (Mathematik, Deutsch, Sachfächer usw.) in Form von unterschiedlichen Lernständen. Diese Unterschiede werden im Unterricht durch differenzierte Lernangebote berücksichtigt.

Nicht Schüler sind einzelnen Lehrplänen, sondern die verschiedenen Lehrpläne und Lernstufen sind den einzelnen Schülern zuzuordnen. Verpflichtend sind lediglich die für die einzelnen Schüler erstellten Arbeits- bzw. Förderpläne, die unterrichtsbegleitend zu modifizieren sind. 

Schule als Lebens-, Lern- und Erfahrungsraum


Das Förderzentrum verwirklicht reformpädagogische Ansätze, die sich in vielen Grundsätzen unserer pädagogischen Arbeit und Unterrichtsprinzipien wiederfinden. Es erfüllt in hohem Maß den Anspruch gemäß § 1 der Schulordnung für die öffentlichen Sonderschulen, ein kind- und schülergerechter Lebens-, Lern- und Handlungsraum zu sein, in dem sich alle Schüler ihren individuellen Fähigkeiten gemäß entwickeln können.

Wird Schule so verstanden, heißt das keine Trennung von Schule und Leben. Die Schüler lernen nicht nur miteinander, sondern verbringen auch einen Großteil ihrer Zeit zusammen in der Schule mit: gemeinsam Spielen, zusammen Essen, Knüpfen sozialer Kontakte, Feiern von Festen sowie Ausflügen und Klassenfahrten.

Die Schule zeichnet sich besonders dadurch aus, dass die Schüler mit ihren Möglichkeiten, Lernbedürfnissen und Wünschen, die sich aus ihrer individuellen Lebenssituation ergeben, im Mittelpunkt des Denkens und Handelns aller in der Schule Beteiligten stehen.

Sowohl mit der Gestaltung von Schulgebäude und -gelände als auch mit der Gestaltung von Klassenzimmern, Tagesabläufen und -ritualen oder schulischen Veranstaltungen wird versucht, diesen Aufgaben nachzukommen.
Das gestaltete Schulleben des Förderzentrums setzt voraus, dass jede Lehrkraft jeden Schüler kennt und ihn ansprechen kann. Entsprechend steht jedem Schüler offen, mit jeder Lehrkraft Kontakt aufzunehmen. Viele Regeln für das Zusammenleben müssen bei kognitiv beeinträchtigten Kindern individuell angebahnt und in der Klasse erprobt werden, ehe sie im Schulrahmen ihre erste Bewährung erfahren.

Die Schüler werden in die Mitbestimmung und .Mitgestaltung des Schullebens einbezogen. Sie sollen sich in ihrer Schule wohl fühlen und grundlegende Erfahrungen machen.

"Eine gute Schule hat Schülerinnen und Schüler, die aus Spaß und Verantwortungsgefühl heraus bereit sind, an der Gestaltung der Schule mitzuarbeiten. Das setzt Vertrauen in die Schule voraus und fördert die Qualität der Schule - und den Spaß an der Schule."

Klassenübergreifendes Arbeiten


Eine weitere Möglichkeit, auf die Heterogenität der Schülerschaft zu reagieren, stellt neben dem differenzierenden und individualisierenden Unterricht das klassenübergreifende Arbeiten dar.

Hier stehen jedem Schüler unabhängig von der Zuordnung zu einer bestimmten Klasse geeignete Handlungs- und Lernmöglichkeiten bereit, in die er seinen persönlichen Fähigkeiten und Interessen gemäß eingebunden ist.

Durch das Einbeziehen vieler Sinne werden unterschiedliche Lernkanäle geöffnet und damit Erfahrungen erweitert. Gleichzeitig erfährt sich jeder Schüler als Teil einer kooperierenden Gemeinschaft.

Zuletzt wird nicht nur die Interaktion zwischen den Schülern, sondern auch zwischen Schülern und Lehrern sowie der Lehrer untereinander positiv beeinflusst.

Das klassenübergreifende Arbeiten findet in Form von regelmäßigen Angeboten statt, zu denen sich die Schüler ihren Neigungen und Bedürfnissen gemäß zusammenfinden. Beispiele: Schulchor, Sing- und Spielkreis, Hip-Hop-Gruppe und Arbeitsgemeinschaften.

Das Schulleben bietet im Jahresverlauf Möglichkeiten zu klassenübergreifenden Feiern sowie Spiel- und Erlebnistagen. Eine weitere Möglichkeit des klassenübergreifenden Arbeitens steIlen Projektwochen dar.

"Eine gute Schule gibt sich Mühe, den Schülerinnen und Schülern mehr zu bieten als sachbezogenen Unterricht. Die Welt ist so vielfältig und reich, und so spannend, davon kann der Unterricht einiges spüren lassen."

Integrierte sonderpädagogische Maßnahmen


Im Mittelpunkt der Arbeit am Förderzentrum steht die ganzheitliche Förderung des einzelnen Schülers auf der Grundlage des individuell erstellten Förderplanes Dabei kommt der sonderpädagogischen Förderung einzelner Funktionen eine besondere Bedeutung zu.

Solche Maßnahmen sind zum Beispiel die integrierte Sprachförderung, Erziehung zu eigenverantwortlichem sozialem Handeln, die Selbständigkeits- und Sauberkeitserziehung auch in den höheren Klassenstufen bzw. bis zur Schulentlassung sowie die Förderung in allen lebenspraktischen Bereichen als Vorbereitung auf das Leben nach Beendigung der Schule.

Diese spezielle Förderung hinsichtlich der Beeinträchtigungen der einzelnen Schüler erfolgt vor allem innerhalb des Klassenverbands. Diese beinhaltet Korrekturen der Lehrkräfte in Form von unterrichtsintegrierten individuellen Erklärungen, Anleitungen, Hinweisen, Ermutigungen usw. sowie besondere Themenauswahl bzw. -akzentuierung. Sie kann aber auch außerhalb des Klassenverbands oder in Form von Einzelbetreuung oder Arbeit in Kleingruppen stattfinden.

Bei allen integrierten sonderpädagogischen Maßnahmen wird auf eine weit mögliche Wahrung einer gemeinsamen Unterrichtsthematik geachtet.

Leistungsbeurteilung


Alle Schüler des Förderzentrums erhalten Zeugnisse mit Verbalbeurteilungen. Darin werden Lernentwicklung und besondere Fähigkeiten individuell beschrieben und bewertet.

Darüber hinaus werden in den Klassenstufen 5 und 6 zusätzlich Noten in Deutsch und Mathematik gegeben, wenn der Schüler umzieht und dann eine Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen besucht.

In den Lernstufen 7 bis 12 erhalten die Schüler in allen Fächern zusätzlich nur dann Noten, wenn sie umziehen (Besuch einer Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen), sich bewerben (Arbeitsbehörde, Lehrstelle, Klasse 9V bzw. 10) oder den Schulabschluss der Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen erwerben.

Das Notenzeugnis wird versehen mit der Bemerkung: Anlage zum Zeugnis (Beiblatt)