Stufenmodell


Das Förderzentrum ist Teil eines vierstufigen Systems. In den Stufen I bis III, der so genannten Integrierten Förderung, erhalten beeinträchtigte Schüler entsprechend ihrem Bedarf zusätzliche Förderung an den Regelschulen durch den Regelschul- bzw. Förderschullehrer (Sonderschullehrer).

In Stufe I wird der besondere Förderbedarf des jeweiligen Schülers durch den zuständigen Regelschullehrer abgedeckt. Umfang und Schwerpunkt richten sich nach den Vorschriften für die entsprechenden Schularten.

In Stufe II erhält ein Schüler bis zu 2 Stunden spezielle Förderung pro Woche durch einen Förderlehrer. Die Meldung des speziellen Förderbedarfs für den Schüler erfolgt über den Regelschullehrer bzw. durch den Leiter der allgemeinen Schule zu jedem Zeitpunkt des Schuljahres.

In Stufe III werden Schüler gefördert, bei denen ein Förderbedarf von 3 bis 6 Stunden pro Woche durch den Förderlehrer besteht. Die Meldung durch die Regelschule erfolgt bis zu den üblichen Meldeterminen für die Aufnahme in die Sonderschule (Ausgabe der Halbjahreszeugnisse), nachdem der Förderlehrer den Bedarf im Vorfeld abgeklärt hat. Die Schulbehörde entscheidet über die Förderung, nachdem im Förderausschuss eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen wurde.

Schullaufbahnentscheidungen im Förderausschuss


Der Förderausschuss ist das Gremium, in dem über Form, Art und Umfang der Förderung eines Schülers beraten wird.

Ein Förderausschuss ist einzuberufen:

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bei Veränderung des Förderbedarfs eines beeinträchtigten Schülers in der Integrierten Förderung
bei einer anstehenden Einschulung in das Förderzentrum
bei einer anstehenden Umschulung von der Regelschule in das Förderzentrum
bei einer Umschulung vom Förderzentrum in die Regelschule
zur Entscheidung über die weitere schulische oder berufliche Laufbahn vor Beendigung der 9. Klasse
bei Schulzeitverlängerung

Der Förderausschuss wird von dem Leiter der zuständigen Schule einberufen. Ihm gehören der Leiter der Regelschule bzw. des Förderzentrums, der zuständige Förderlehrer, der Regelschullehrer sowie die Erziehungs-berechtigten an. Vertreter des schulpsychologischen Dienstes, des Gesundheitsamtes, des Jugendamtes, weitere Sonderschullehrer und Regelschullehrer sowie andere an der Förderung Beteiligte (z.B. Erzieher und Therapeuten) können beratend hinzugezogen werden.

Der Förderausschuss tritt halbjährlich bzw. jährlich zusammen und berät auf der Grundlage der erhobenen Daten, der mit den Beteiligten geführten Gespräche sowie der Rahmenbedingungen über eine an den individuellen Bedürfnissen des jeweiligen Schülers orientierte Förderempfehlung.

Mit der Stimmenmehrheit seiner Mitglieder erstellt der Förderausschuss eine Empfehlung für die Schulbehörde. Jedes Mitglied des Ausschusses erhält eine Stimme, die Erziehungsberechtigten erhalten insgesamt immer 2 Stimmen. Soweit keine Einstimmigkeit erreicht wird, sind die abweichenden Auffassungen schriftlich zu begründen. Über die Sitzung des Ausschusses wird ein Protokoll erstellt, das die Mitglieder unterzeichnen.

Bei Schülern, die bereits zum Zeitpunkt der Einschulung wegen der Art bzw. des Umfangs ihrer Beeinträchtigung einer besonders umfänglichen und langfristigen Förderung bedürfen, erfolgt die direkte Einschulung in das Förderzentrum.

In das Förderzentrum umgeschult werden diejenigen Schüler, bei denen sich im Laufe der Integrierten Förderung nach Stufe I, II und III ein besonders umfänglicher Förderbedarf als notwendig herausgestellt hat.

Lehrpläne


Der Unterricht orientiert sich inhaltlich entsprechend der Lernsituation der Schüler an den Lehrplänen und Richtlinien der Schule mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung und der Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen. Ausschlaggebend für die Förderung ist der jeweilige Bedarf des einzelnen Schülers. Dies bedeutet starke innere Differenzierung auf der Grundlage von Förderplänen, die für jeden Schüler individuell erstellt werden.

"Eine gute Schule nimmt den Lehrplan sehr ernst, weiß aber, dass ein erfolgreicher Unterricht gegen die Schüler nicht möglich ist. Und das heißt, dass sie im Zweifelsfall den Mut hat, vom Lehrplan abzuweichen, wo die Schüler nicht mehr mitgehen."

Schulbesuchsdauer


Die Schulbesuchsdauer richtet sich nach dem individuellen Förderbedarf und beträgt in der Regel 9 bis 12 Jahre. Sie kann auf Antrag der Eltern durch die Schulbehörde verlängert werden.

Ab der 9. Klasse berät der Förderausschuss jährlich über die weitere schulische oder berufliche Laufbahn in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Berufsberater.

Abschlüsse


Am Förderzentrum können die Schüler folgende Abschlüsse erreichen:

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die besondere Form der Berufsreife (Dieser Abschluss entspricht dem Abschluss der Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen und kann frühestens nach 9 Schulbesuchsjahren erlangt werden.)
die Fähigkeit, an berufsvorbereitenden Maßnahmen teilnehmen zu können (Dies entspricht dem Abgangszeugnis der Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen.)


Weiterhin können in die Zeugnisse folgende Hinweise bezüglich der erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten aufgenommen werden:

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die Fähigkeit, einen Arbeitsplatz einnehmen zu können
die Werkstattreife bzw. die Fähigkeit, einen geschützten Arbeitsplatz einnehmen zu können
die Werkstattreife bzw. die Fähigkeit, einen geschützten Arbeitsplatz einnehmen zu können
die Bestätigung der Erfüllung der Schulpflicht, verbunden mit der Beschreibung besonderer Fähigkeiten und Fertigkeiten (insbesondere für schwerstbehinderte Schüler)

Berufliche Perspektiven


Entsprechend der erzielten Abschlüsse stehen den Schülern des Förderzentrums folgende berufliche Möglichkeiten offen

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Berufsausbildung in Ausbildungsbetrieben (Voraussetzung hierfür ist die Berufsreife)
Berufsausbildung in überregionalen Berufsbildungswerken (Voraussetzung ist die Fähigkeit, an berufsvorbereitenden Maßnahmen teilnehmen zu können)
Eingliederung in die Arbeitswelt (Voraussetzung hierfür ist die Fähigkeit, einen Arbeitsplatz einnehmen zu können)
Arbeit in einer beschützenden Werkstatt (Voraussetzung ist die Werkstattreife)