Entstehung und Entwicklung


In den fünf Schuljahren 1989/90 bis 1993/94 wurde in Worms und im Landkreis Daun/Eifel der Schulversuch "Erprobung einer Förderschule mit Integrierten Fördermaßnahmen an allgemeinen Schulen" durchgeführt. Hintergrund für diesen Versuch waren Reformbestrebungen im Hinblick auf die schulische Förderung von Kindern mit Beeinträchtigungen. Durch diesen Modellversuch wurde die bisherige Schule für Lernbehinderte einer wesentlichen Veränderung unterzogen. Sie ist nun Teil eines gestuften Systems, das auch die Förderung in der Regelschule umfasst. Im Rahmen der sogenannten Integrierten Förderung erhalten beeinträchtigte Schüler dort zusätzliche Förderung durch Regel- bzw. Förderlehrer (Sonderschullehrer). Bei besonders umfänglichem Förderbedarf erfolgt die Umschulung in die Förderschule. Bei Kindern mit kognitiver Beeinträchtigung wird davon ausgegangen, dass sie besonders umfänglicher und langfristiger zusätzlicher Förderung bedürfen, so dass sie direkt in die Förderschule eingeschult werden.

Die Entwicklung der Förderschule in Worms war mit vielfältigen Anfangsproblemen verbunden. Erst im Schuljahr 1992/93 konnten in der Abteilung Neusatz die ersten drei Klassen als Förderschulklassen im Sinne der Reformbemühungen geführt werden. Schrittweise wurde die Zahl der Förderschulklassen erhöht und später auch auf die Hauptstelle der Geschwister-Scholl-Schule sowie die Außenstelle Abenheim ausgedehnt. Über mehrere Jahre hinweg wurde dadurch an der Wormser Sonderschule sowohl im Sinne der traditionellen Schule für Lernbehinderte als auch im Sinne der neuen Förderschule unterrichtet. Mittlerweile wird in allen Klassen der Geschwister-Scholl-Schule das Förderschulkonzept nahezu umgesetzt.

Die Umsetzung der Reform der Sonderschule war in Worms durch das besonders kreative und pädagogische Engagement des Kollegiums möglich, das eine Chance darin sah, Sonderschule neu zu denken und mit zu gestalten.

Durch die geänderte Schulordnung für die öffentlichen Sonderschulen vom 29. Mai 2000 wurde der Begriff Förderschule durch Förderzentrum ersetzt.

Zentrale Leitgedanken


Das pädagogische Grundverständnis, die Philosophie einer Schule, drückt sich in zentralen Leitgedanken aus, die das Selbstverständnis einer Schule vor allem im Hinblick auf ihre Ziele, Aufgaben, Strukturen und Arbeitsvoraussetzungen bestimmen.

Als wichtigstes Ziel des Förderzentrums gilt es, den Schülern diese Schule als den Raum zu gestalten, in dem sie sich in ihrer Ganzheit entfalten und in ihren Stärken entwickeln können. Sie erwerben hier wichtige Kenntnisse und soziale Fähigkeiten für ihre Lebensgestaltung und Alltagsbewältigung.

Das Förderzentrum hat die Aufgabe, seine Schüler so intensiv wie möglich zu fördern. Der individuelle Entwicklungsstand der einzelnen Schüler ist dabei Ausgangspunkt unseres Konzeptes. Die Förderung orientiert sich an den unterschiedlichen Persönlichkeiten mit ihren jeweiligen Entwicklungs-möglichkeiten, nicht an Defiziten. Wird Förderung im Sinne einer ganzheitlichen Persönlichkeitsförderung verstanden, stehen kognitives, soziales, motorisches, handelndes sowie emotionales Lernen gleichwertig nebeneinander und ergänzen sich. Integration mit gleichzeitiger individueller Förderung bilden den zentralen Leitgedanken unserer pädagogischen Arbeit.

Eine Überweisung in eine allgemeine Schule ist anzustreben, soweit dies für die Entwicklung der Schüler sinnvoll erscheint. In diesem Fall ist eine Fortsetzung der Förderung durch integrierte Maßnahmen in der Regelschule vorzusehen.

Um den Lern- und Lebensbedürfnissen der Schüler Rechnung zu tragen, bietet die Schule für alle Schüler einen einheitlichen Schulalltag an. Diese Struktur des Tages in Unterricht, Spiel und gemeinsamen Mahlzeiten prägt das soziale Leben der Schule.

Das Berücksichtigen der Bedürfnisse erfordert ein Höchstmaß an Offenheit, Flexibilität und sonderpädagogischen Kompetenzen sowie die Fähigkeit zu verantwortlicher Teamarbeit auf Seiten des Kollegiums.

Die Verwirklichung dieser zentralen Leitgedanken setzt die Bereitschaft aller Lehrkräfte zur verantwortungsbewussten Mitgestaltung des Schullebens voraus.

Standorte


Die Geschwister-Scholl-Schule (Förderzentrum Worms) ist auf 3 Standorte verteilt:

Hauptstelle (inkl. Sekretariat)
Elisabeth-Groß-Platz 1

Außenstelle Neusatzschule
Willy-Brandt-Ring 5

Außenstelle Worms-Abenheim
Weingartenstr. 5

 

 

 







Darüber hinaus umfasst das Förderzentrum den Bereich der Integrierten Förderung an allen Wormser Grund- und Hauptschulen.